Schon lange habe ich es mir vorgenommen, jetzt war es endlich soweit… Ich habe Wagyu Beef getestet! Das wohl weltweit beste Rindfleisch stammt aus Japan und trägt den Namen „Wagyu Beef“ (Wa = Japan, gyu = Rind). Sehr bekannt ist natürlich das Kobe-Rind. Doch Fleischkenner schwärmen auch immer mehr vom Ozaki-Beef.

Der Name „Kobe Beef“ ist gesetzlich geschützt und nur den Rindern der japanischen Urrasse Tajima aus der Präfektur Hyogo vorbehalten. Rinder aus anderen japanischen Präfekturen dürfen nur als „Kobe Style“ ausgezeichnet werden, obwohl sie alle von der reinrassigen Tajima-Linie abstammen. Die Kobe-Rinder ernähren sich nur von Weidegras, während sie sich acht bis zehn Monate in kleinen Herden auf der Weide bewegen. Später, wenn die Rinder ca. 1.000 kg haben, werden sie in offenen Ställen für 20 – 22 Monaten mit einem Mix von Mais, Soja, Reisstroh, Gerste, Weizenkleie, Biertreber-Silage und reinem Quellwasser gefüttert. Teilweise werden die Rinder massiert (somit stimmt der Mythos tatsächlich), wenn die natürliche Auslauffläche nicht ausreicht – das fördert die Fett-Marmorierung.

Der einzige Privatmann, dessen Tiere seinen Namen tragen dürfen, ist Muneharu Ozaki: der Erfinder des „Ozaki Beef“, der eine Züchtererfahrung von mehr als 30 Jahren hat. Ozaki-Rinder werden erst mit 32 – 40 Monaten geschlachtet, somit also bis zu acht Monate später als Kobe-Rinder – mehr Zeit für eine perfekte Marmorierung. Gefüttert werden die Rinder mit Biertreber-Silage und einem Algen-Mix mit Seegras.

Otto Gourmet ist einer von nur vier Händlern in Europa, die das exklusive Kobe-Fleisch vertreiben dürfen. Um Normalsterblichen den Genuss von Wagyu Beef zu ermöglichen, bietet Otto Gourmet Testpakete des Kobe- und Ozaki-Beef an. Pro Packung erhält man drei handerlesene Scheiben Fleisch (insgesamt ca. 100 g) für 34,65 EUR, das schockgefrostet geliefert wird. Darum sollte man es dann im Kühlschrank langsam auftauen lassen. 

Die Marmorierung und Textur des Fleisches laden zum Schwärmen ein... So etwas habe ich noch nie live gesehen!

Zubereitet habe ich das Wagyu Beef auf der Griddle-Gusseisenplatte (CIG) meines Outdoorchef Kugelgrills. Diese sollte natürlich Betriebstemperatur haben, denn die dünnen Fleischscheiben sollen nur wenige Sekunden gebraten werden. Alternativ kann das Fleisch auch in einer Pfanne auf dem Herd oder Grill zubereitet werden.

Wichtiger Hinweis: Anders als bei „normalen“ Fleischstücken wandert das Wagyu vom Kühlschrank direkt in die Pfanne oder auf der Grill, da das sehr stark marmorierte Fleisch schon bei Zimmertemperatur fast verläuft. 

Jetzt geht’s los… Die Scheiben werden von beiden Seiten jeweils 7-8 Sekunden gebraten, nicht länger! Zum Braten wird auch kein Öl oder zusätzliches Fett benötigt. Die kurze Grillzeit reicht aus, um Röstaromen an das Fleisch zu bringen. Das fertige Fleisch bewegt sich natürlich zwischen roh und medium, aber so und nicht anders sollte das Wagyu verzehrt werden.

Ich empfehle auch, auf Gewürze oder Pfeffer/Salz komplett zu verzichten. Nur so erlebt man den originalen Wagyu-Geschmack, und diesen sollte man nicht durch Gewürze beeinflussen oder verfälschen. Und was man jetzt schmecken kann, das lohnt sich!

Fazit

Ich habe schon viel sehr gutes Fleisch gegessen und auch schon oft behauptet, ein zartes und saftiges Stück Fleisch im Mund zu haben, das auf der Zunge vergeht. Das Wagyu Beef spielt jedoch in einer anderen Liga!

Es ist sehr intensiv im Geschmack, eine nussige Note kommt durch, der hohe Fettanteil lässt das Fleisch auf der Zunge schmelzen. Wow!!! Das muss man getestet haben, in Worte lässt sich das kaum fassen. Ein Stück des edlen Fleisches habe ich auch roh getestet – es ist so lecker, dass man sich das Grillen fast sparen könnte. Im Geschmack empfand ich das Ozaki-Beef intensiver als das Kobe-Fleisch, beide jedoch zu gleichermaßen zart und saftig.

Meiner Meinung nach eignen sich die Probierpakete sehr gut, um originales Wagyu zu testen. Das Preis-/Leistungsverhältnis ist natürlich grenzwertig bei einem Kilopreis ab 330,- EUR, dafür kann man sich mehrere Kilos von sehr gutem heimischem Fleisch kaufen, das ist klar! Die 35,- EUR sind jedoch sehr gut angelegt um einen Eindruck vom japanischen Exklusivfleisch zu bekommen. Und: man kann mitreden! :D