Traeger hat mit seinem „Ranger“ einen kompakten Pelletgrill auf den Markt gebracht, der egal ob im Urlaub, beim Campen oder auf dem Balkon der perfekte Begleiter sein soll. Ich nutze den Ranger auf meiner Terrasse und möchte ihn euch nach einem Jahr im Einsatz vorstellen.

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Nach mehreren Jahren im Einsatz habe ich mit dem Traeger Timberline 850 sehr gute Erfahrungen gesammelt: er läuft konstant und problemlos und die Ergebnisse sprechen immer für sich. Lange habe ich überlegt, ob ich den Ranger unbedingt benötige und habe mich dann schließlich für „ja“ entschieden. Warum das so ist und weshalb ich den Ranger als perfekte Ergänzung für meinen Grill-Fuhrpark sehe, möchte ich im Laufe des Beitrags erklären. Fangen wir aber mal mit den technischen Details des Kompaktgrills an.

Technische Details
Leistung: 5,7 kW
Brennstoff: Hartholzpellets
Betrieb mit: 220 Volt Steckdose
Grillfläche: 1.187 cm²
Kapazität Pelletkammer: 3,63 kg
Material Gehäuse: Stahl, pulverbeschichtet, schwarz
Maße: 33 x 53 x 51 (H x B x T)
Gewicht: 27 kg
Temperaturbereich: 75 – 230 °C

Unboxing & Montage
Im Lieferumfang des Rangers ist folgendes enthalten:
- Traeger Ranger
- Grillrost
- Gussplatte
- Temperaturfühler
- Eimer (für Fettauffang)
- Bedienungsanleitung

Der Aufbau des Grills ist in wenigen Minuten abgeschlossen, da man nur den Griff am Deckel und die Füße an der Unterseite des Grills befestigen muss. Dann ist der Ranger schon einsatzbereit.

Der Traeger Ranger im Detail
Schauen wir uns den Ranger mal etwas genauer an. Als erstes fällt natürlich auf, dass er in “live” vielleicht etwas wuchtiger erscheint, als auf Bildern – so ging es zumindest mir. Auch mit seinen 27 kg ist er nicht unbedingt ein Leichtgewicht. Trotzdem lässt er sich einigermaßen gut bewegen, so dass er sich tatsächlich für Urlaub oder Camping eignet und sich einfach ins Auto verfrachten lässt.

Als nächstes sticht das aufgeräumte Bedienelement mit Display ins Auge. Der Ranger wird mit fünf Knöpfen bedient, wobei es für gewisse Funktionen auch eine Doppelbedienung gibt (z.B. die Schnecke beim Erstbetrieb füllen). Mit den Pfeiltasten wird die Temperatur eingestellt, mit der mittleren bestätigt man diese. Mit der linken Taste wird die integrierte Warmhaltefunktion aktiviert, die den Grill auf 75 °C regelt und hält. Die rechte Taste “Ignite” startet den Grill nachdem man die gewünschte Temperatur eingestellt hat. Weitere Funktionen werden im Laufe des Artikels erklärt. Das LCD-Display ist übersichtlich und einfach, aber auf alle Fälle ausreichend. Im Betrieb zeigt es die aktuelle Grilltemperatur an, per Knopfdruck kann auf den Timer oder die Kerntemperatur gewechselt werden, falls man mit dem im Lieferumfang enthaltenen Temperaturfühler arbeitet.

Auf der Rückseite des Rangers befindet sich der Ein/Aus-Schalter. Zudem findet man hier den Fettauslauf, an den man das kleine Eimerchen hängt. Fett tropft über die Abtropfwanne und den Auslauf direkt in den Eimer, der auf der Rückseite des Rangers eingehakt wird.

Im Inneren des Grills ist auf der linken Seite die Pelletkammer untergebracht, die ungefähr 3,6 kg Pellets fassen kann. Wie lange eine Ladung Pellets ausreicht, werden wir natürlich im weiteren Verlauf noch erklären. Wenn man die Fettschale und das Rost entnimmt, sieht man die Brennkammer auf der rechten Seite des Rangers. Der Temperaturfühler ist zwischen Pelletkammer und Grillfläche angebracht. Im Lieferumfang ist neben dem Rost auch eine Gussplatte enthalten, mit der z.B. Steaks direkt gegrillt werden können, aber sie eignet sich auch für Spiegelei, Bacon, und so weiter.

Selbsterklärend sollte sein, dass der Deckel beim Grillen/Räuchern geschlossen ist. Dieser kann mit beiden Scharnieren fixiert werden, muss aber nicht. Durch die Lüftungsschlitze kann der Rauch entweichen.

Inbetriebnahme des Grills
Natürlich werden Strom und Pellets für den Betrieb des Rangers benötigt. Bei den Pellets empfehle ich die originalen von Traeger zu verwenden, da sie dafür optimal abgestimmt sind. Traeger bietet zudem eine große Auswahlmöglichkeit an verschiedenen Sorten zu einem fairen Preis an. Die Pelletkammer wird mit den Pellets gefüllt, insgesamt bietet sie Platz für ungefähr 3,6 kg Pellets. Wie üblich, wird der Grill vor der ersten Verwendung mit Lebensmitteln “eingebrannt”, um etwaige Produktionsrückstände zu verbrennen. Da die Schnecke noch leer ist, muss man den Ranger zuerst die Pellets fördern lassen. Das geht sehr leicht durch das Drücken einer Tastenkombination und der gesamte Vorgang ist nach ungefähr 1-2 Minuten abgeschlossen. Sobald die ersten Pellets im Brennbereich angekommen sind, setzt man Fettblech und Rost ein. Dann kann der Ranger gestartet werden. Mehr Infos zu diesem Vorgang gibt es natürlich in der Bedienungsanleitung. Dann lässt man den Ranger auf höchster Temperatur (230 °C) für ungefähr eine halbe Stunde laufen. Wirklich erstaunlich war, wie schnell der Ranger auf Temperatur kam: bei einer Außentemperatur von 4-5 °C dauerte es nur 15 Minuten, bis er 230 °C erreichte.

Grillen/Smoken mit dem Traeger Ranger
Auf meiner To-Do-Liste stand ein Krustenbraten. Wie der Name schon sagt, ist das Besondere am Braten die Kruste, die später im Munde zerbröseln sollte – mal schauen, ob es im Ranger klappt. Die Schwarte wurde zuerst rautenförmig eingeschnitten und gesalzen. Das Fleisch wurde mit dem Traeger-Rub (Pork&Poultry) gewürzt. Bei 170 °C wurde der Ranger gestartet und das Fleisch aufgelegt. Ich habe hier wieder den Kerntemperaturfühler verwendet. Bei ca. 70 °C KT wurde die Temperatur vom Grill auf Maximum erhöht, um die Schwarte fertig zu grillen. Nach weiteren 20 – 30 Minuten war der Braten fertig, da die Wunsch-Kerntemperatur erreicht war. Die Schwarte war größtenteils super, bis auf ein paar Stellen am Rand. Diese wären sicherlich auch noch „geploppt“, jedoch hätte der Braten noch länger auf dem Grill liegen bleiben sollen. Nächstes Mal werde ich schon bei 65 °C Kerntemperatur die Grilltemperatur erhöhen, damit die ganze Schwarte perfekt und der Braten immer noch saftig ist. Fazit: ein Krustenbraten stellt kein Problem für den Ranger dar!

Auch Pulled Pork wollte ich mit dem Ranger testen. Dazu habe ich einen 2,5 kg schweren Schweinenacken gewürzt und dann nachts um 2:00 Uhr auf den Grill gelegt. Bei einer Außentemperatur von -1 °C benötigte der Ranger wieder nur unglaubliche 10 Minuten, bis er auf die gewünschte Temperatur von 110°C eingeregelt war. Den Nacken habe ich eine Koncis-Schale gelegt, um das Fett aufzufangen. Dann wurde noch schnell der Kerntemperaturfühler ins Fleisch gesteckt, mit dem Grill verbunden und der Deckel schließlich geschlossen. Das Pulled Pork hatte gegen 12:00 Uhr (also nach ziemlich genau 10 Stunden) die gewünschte Kerntemperatur von 90 °C erreicht und sah bombastisch aus. Eine mahagoni-braune Kruste, ein schöner Smoke-Ring und saftiges Fleisch waren das Ergebnis. Erstaunlich war auch der geringe Pelletsverbrauch. Ohne abzuwiegen würde ich auf ¼ Restmenge (also ungefähr 1 kg) schätzen und das wohlgemerkt bei einer Außentemperatur von -1 °C!

Ribs kamen natürlich auch auf den Grill. Selbst 3-2-1 Ribs lassen sich darauf zubereiten, wenn man die kleine Koncis-Form verwendet, die optimal auf den Grill passt und sich dann zum Dämpfen der Ribs in Phase 2 eignet. Meine ersten Ribs vom Ranger habe ich aber im einfachsten Modus zubereitet, und zwar: 5 Stunden bei konstanten 110 °C. Die Ribs waren einwandfrei: saftig, noch etwas Biss, dezente Rauchnote.

Steak auf dem Traeger
Ob sich auch ein schönes Steak mit schöner Kruste und perfektem Gargrad auf dem Ranger zubereiten lässt? Ja, das funktioniert – so viel vorab. Dazu nimmt man einfach die Gussplatte und heizt diese im Ranger mit auf. Am Zischen hört man, dass die Platte superheiß ist und für eine schöne Kruste auf dem Steak sorgt. Danach regelt man die Temperatur einfach nach unten und gart das Steak bis zum gewünschten Garpunkt – super einfach!

Ausschalten & Reinigen
Bevor man den Ranger „herunterfährt“ sollte man eine Sache beachten: durch die kompakten Maße des Grills haben wir eine weitaus kleinere Förderschnecke als bei den „größeren“ Smokern, wie die Timberline. Der „Shutdown“-Zyklus beim Ranger ist auf 5 Minuten eingestellt, was meiner Meinung nicht ganz ausreicht, um den Grill von sehr hoher Temperatur (z.B. 200 Grad) herunterzufahren, so dass die Schnecke und Brennkammer tatsächlich leer ist. Hier ist mir schon aufgefallen, dass er noch geraucht hat, evtl. noch Reste in der Schnecke glimmten. So möchte man seinen Grill natürlich nicht zurücklassen und muss weiter beobachten. Zum Herunterfahren empfehle ich den Ranger zuerst auf kleinster Temperatur 10-15 Minuten laufen zu lassen, bis er die Temperatur konstant hält. Erst dann sollte der Knopf für den „Shutdown“ gedrückt werden. So reichen die 5 Minuten aus, damit auch tatsächlich nichts mehr brennt. Hier sollte Traeger evtl. nachbessern und den Zyklus verlängern.

Wie immer sollte der Grillrost vor und nach dem Grillen abgebürstet werden, das geht natürlich leichter bei hoher Temperatur (nach dem Grillen). Im Zweifelsfall – falls man von einem „low and slow“ Job kommt einfach Grilltemperatur erhöhen und danach den Grillrost ohne großen Aufwand abbürsten. Meine Fettauffangschale habe ich immer mit den Alublech Schutzfolien abgedeckt, die nach mehrmaligen Grillen einfach entsorgt werden. Trotzdem kann man natürlich den Fettablauf und Grillrost einfach entnehmen und von Hand reinigen. Mit FUSL habe ich hier gute Erfahrungen gesammelt. Mit einem Staubsauger sollte man auch ab und zu die Brennkammer des Rangers aussaugen, da sich hier natürlich Reste ansammeln. So steht einem langen Grillspaß mit dem Ranger nichts im Wege.

Fazit
Über ein Jahr habe ich den Traeger Ranger nun im Einsatz und ich möchte ihn nicht mehr missen. Der Grill eignet sich für Leute, die evtl. nur über eine kleine Terrasse oder einen Balkon verfügen, beim Campen nicht auf BBQ verzichten möchten oder die keine große Mengen Fleisch verarbeiten. In meinem Fall nutze ich den Ranger als Ergänzung zu meinem Gasgrill auf der Terrasse und kann so flexibel Räuchern bzw. relativ einfach BBQ machen.

Bis auf den bereits erwähnten „Shutdown“-Zyklus gibt es keine negative Kritik zu äußern. Der Ranger hält die eingestellte Temperatur sehr konstant und zuverlässig. Der Pelletsverbrauch ist auch überschaubar. Natürlich benötigt man einen Stromanschluss, um den Ranger zu betreiben. Im heimischen Umfeld sollte das kein Problem darstellen. Für (unabhängige) Camper kann der Ranger beispielsweise mit einer Powerstation betrieben werden, so dass man nicht auf eine Steckdose angewiesen ist. Der Ranger funktioniert einwandfrei und liefert super Ergebnisse. Seit ich ihn habe, läuft der Traeger Timberline 850 nicht mehr ganz so häufig, außer ich bereite mehr als 3 kg Pulled Pork zu.

Ein großes Dankeschön gebührt Eric Csordas (Traeger Grills), der mir den Traeger Ranger persönlich vorbeigebracht und vorgeführt hat.

Ihr wollte mehr über den Traeger Ranger oder sonstigen Traeger-Produkten erfahren? Dann tretet meiner Facebook-Gruppe Traeger Grill Owners Germany bei.

 

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