In diesem Artikel möchte ich euch das Gasthaus “Zum Kreuz” in Moosbeuren vorstellen. Warum ich diesen Bericht schreibe und was so “besonders” am Kreuz ist, erfahrt ihr hier...

Wer im Alb-Donau-Kreis oder Kreis Biberach wohnt und Spanferkel liebt, kennt das zwischen Ulm und Biberach liegende Örtchen Moosbeuren, weil es hier das Gasthaus „Zum Kreuz“ gibt. Von meinem zu Hause trennen mich nur 9 km vom Kreuz und ich fahre sogar zweimal täglich auf meinem Arbeitsweg direkt daran vorbei. Spannende Szenen lassen sich beobachten, wenn man unter der Woche kurz vor 18:00 Uhr und zwischen 20:00 – 20:30 Uhr durch Moosbeuren fährt. Teilweise ist um 18:00 Uhr kein Durchkommen mehr und ab 20:00 Uhr kommt der Verkehr komplett zum Erliegen, weil das Kreuz zu diesen Zeiten zum Spanferkelessen lädt. Mehr dazu aber gleich…

Historie
Rainer und Claudia Heckenberger führen das Kreuz mittlerweile in der dritten Generation. Vor mehr als 50 Jahren entstand die Idee für das Spanferkel eher durch Zufall. Rainers Großvater, gelernter Bäcker, nutzte seinen Ofen nicht nur für Backwaren, sondern backte darin irgendwann das erste Spanferkel, um seinen Gästen in der Wirtschaft etwas zum Bier servieren zu können. So nahm dann alles seinen Lauf. Rainers Vater, ebenfalls Bäcker, stieg mit ein und nun führen Rainer und Claudia das Gasthaus. Das Kreuz und sein Konzept entwickelten sich dabei stetig weiter, und so ruht man sich auch aktuell nicht aus, sondern arbeitet immer an neuen Ideen...

Schlachterei
Rainer Heckenberger schlachtet und verarbeitet die Tiere selbst, die später im Kreuz serviert werden. Das Besondere daran ist, dass die Schweine aus benachbarten Höfen stammen, die Rainer persönlich kennt. Das Kreuz erhält durch die direkte Anbindung nur die beste Fleischqualität und das schmeckt man. Jede Woche wird hier extra für die Spanferkelküche geschlachtet.

Spanferkelessen „All you can eat“
Ob in kleinen Gruppen, in ganzen Bussen oder nur zu zweit: aufgrund der Beliebtheit des Gasthauses ist es immer ratsam, dass man sich Plätze reserviert. Hier wird man dann direkt gefragt, ob man zur ersten oder zur zweiten Schicht kommen möchte. Ihr erinnert euch kurz an meine oben genannten Zeiten und das Verkehrsaufkommen – gerade zum Schichtwechsel. Wer zur ersten Schicht kommt, hat also gute zwei Stunden Zeit Spanferkel, frisches Gebäck und Sauerkraut zu genießen, und das zu einer Pauschale! Diese liegt bei 15,50 EUR (Stand 2020). Für dieses – in meinen Augen – preiswerte Angebot bekommt der Gast frisches und leckeres auf Platten serviertes Spanferkel. Das Fleisch ist wunderbar saftig und lecker gewürzt. Vor allem die Kruste ist ein Traum und ich habe es bisher noch nie erlebt, dass diese irgendjemand am Tisch auf dem Teller zurückgelassen hat. Ist die Platte leer, dauert es nicht lange, bis die freundlichen Bedienungen wieder Nachschub bringen, und das so lange bis ihr nicht mehr könnt oder wollt. Zum Spanferkel gibt es ein sehr schmackhaftes Sauerkraut (von einem Krautbauer auf den Fildern), Kartoffelsalat und ein weiteres Highlight: selbstgebackene Knauzenwecken und Seelen, die noch warm auf den Tisch kommen. Auch das hierfür verwendete Mehl kommt direkt aus der Nachbarschaft. Wer nach dem Deftigen noch etwas für den süßen Zahn braucht, bekommt selbstgemachtes Eis in verschiedenen Kreationen serviert.

Hausgebrautes Bier
Wer viel isst, der muss auch viel trinken. Gut, dass es im Kreuz auch gutes Bier gibt. Das Besondere daran ist, dass das Bier der Steinacher Hausbrauerei quasi in Moosbeuren durch Rainer entstand. Das Bier wurde tatsächlich bis 2004 im Kreuz gebraut. Ab 2004 nahmen Rainer und sein Kumpel Armin den Betrieb in der Bad Waldseer Brauerei „Waldburgbräu“, die 1974 schloss, wieder auf und gründeten die Steinacher Hausbrauerei, das neben dem Kreuz auch andere Gaststätten mit Bier versorgt. Ähnlich wie im Kreuz gilt auch in der Brauerei der Grundsatz, dass regionale Zutaten verwendet werden. Und das schmeckt man auch! Aktuell gibt es drei Sorten an Bier: das klassische Halbe, Hefeweizen und das „Fegerle“, ein dunkles, süffiges Bier. Diese Biersorten kann man im Kreuz als Flaschenbiere kaufen und zu Hause genießen. Für größerer Runden gibt es sogar 20- oder 30-Liter Fässer.

Spanferkel „to go“
Auch schon lange Tradition hat das Spanferkel „to go“. Entweder holt man sich schnell am Vorbeigehen einen Spanferkel-Wecken ab oder bestellt sein Catering direkt bei Rainer. Er backt für euch Spanferkel und stellt es in einer praktischen Edelstahlschale mit Deckel zur Abholung zur Verfügung. Natürlich kann man auch das Sauerkraut und Gebäck mitbestellen. So kann man recht günstig eine große Gesellschaft mit leckerem Spanferkel und Beilagen verköstigen. Das habe ich so schon oft gemacht und hat immer problemlos geklappt!

Spanferkel zum selbst Grillen/Backen
Bei diesem Punkt bin ich stolz und auch glücklich, dass Rainer auf mich zukam und mein Urteil zu seinem neuen Konzept hören wollte. Seine Idee war es, fertig gewürzte und vorgegarte Stücke vakuumiert und tiefgekühlt anzubieten. Ich habe das Fleisch dann mehreren Tests unterzogen, um zu erfahren, wie das Fleisch zu Hause im Grill oder Backofen wird. Auch hat es mich interessiert, wie die Qualität vom Endprodukt sein wird und ob sie vergleichbar mit dem Spanferkel ist, wenn man im Gasthaus sitzt.

Zuerst lässt man das tiefgefrorene Fleisch einen Tag langsam im Kühlschrank auftauen. Gewürzt muss es gar nicht mehr werden, da könnt ihr mir (und Rainer) vertrauen – es schmeckt später perfekt. Egal ob man das Fleisch im Backofen oder auf dem Grill zubereitet, der erste Schritt ist derselbe: bei ca. 120 °C wird das Spanferkel mit der Kruste nach oben für 45 Minuten indirekt gebacken. Die Schwarte muss vorher nicht behandelt oder eingeschnitten werden – es wird ohne diese „Tricks“ ploppen… Ich empfehle eine feuerfeste Form mit Einsatz zu verwenden, auf dem das Fleisch platziert wird. Die Form wird noch etwas mit Wasser gefüllt, so dass das auslaufende Fett ins Wasser tropft und nicht im Grill oder Backofen verbrennt.

Im zweiten Schritt (nach 45 Minuten) dreht man das Fleisch dann mit der Kruste auf die direkte Hitze und grillt es ca. 15 Minuten bei 200 °C. Hier sollte man immer wieder schauen, dass die Kruste nicht zu viel Hitze abbekommt und verbrennt. Im Backofen erhöht man die Temperatur auf 200 °C und knuspert die Schwarte 15 Minuten lang auf, hier kann man auch die Grillfunktion nutzen.

Ich  kann das vorgegarte Fleisch wirklich empfehlen und werde zukünftig immer etwas in der Tiefkühltruhe haben – perfekt wenn einem die Lust nach Spanferkel überkommt. Ansonsten müsst ihr einfach nach Moosbeuren kommen und das Spanferkel im Gasthaus versuchen... Vielen Dank an die Familie Heckenberger, dass ich die Möglichkeit zum Testen bekommen habe. Mal schauen, was Rainer sonst noch in der Pipeline hat...