Ein Oberhitzegrill für ungefähr 100 EUR – kann der was taugen? Wir haben den tepro Toronto Steakgrill ausgiebig getestet und stellen ihn euch in diesem Artikel vor.

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Wer uns schon länger folgt weiß, dass wir bereits das ein oder andere Produkt der Marke tepro im Einsatz haben. Die Grills (Manhattan Gasgrill, San Francisco Holzkohle-Kugelgrill) und das Equipment haben uns bisher zu 100% überzeugt was Verarbeitung, Qualität und Ausstattung betrifft, und das noch zu einem preiswerten Kurs! tepro hat sich bereits mit dem Toronto Holzkohlegrill einen Namen gemacht, den sicher schon jeder im Baumarkt gesehen hat. Aufgrund des Preises ist der Grill ein richtiger Verkaufsschlager und kommt bei den Grillfans super gut an. Nun bringt die tepro GmbH den Toronto Steakgrill auf den Markt, der sich preislich im unteren bzw. untersten Segment einordnet.

Ich selbst hatte eigentlich keinen Bedarf gesehen, mich mit einem Oberhitzegrill (OHG) auszustatten, aber bekanntlich ist „Haben“ besser als „Brauchen“, und bei dem Preis konnte ich einfach nicht nein sagen.

Lieferung und Lieferumfang
Der Grill kam gut verpackt und sicher bei mir an. Das Kartoninnere ist mit Styropor ausgekleidet, so dass sich der Grill nicht bewegen kann. Im Lieferumfang ist folgendes enthalten:

- tepro Toronto Steakgrill
- 2 Edelstahl-Grillroste
- Edelstahl-Rostheber
- 2 Edelstahl-Grillschalen
- Schlauch inkl. Druckminderer
- Fettauffangschale (ausziehbar)
- Rostträger (links und rechts)
- Drehregler
- Bedienungsanleitung

Aufbau
Falls man überhaupt von „Aufbau“ sprechen kann… Es müssen lediglich die Rostträger auf der linken und rechten Innenseite des Torontos eingehängt werden. Falls die Träger etwas hängen, empfiehlt es sich sie mit einem kleinen Gummihammer nach unten zu bewegen. Nun können schon Grillrost und Schalen eingesetzt werden. Nachdem eine AA-Batterie (nicht im Lieferumfang enthalten) ins Batteriefach eingelegt wurde, funktioniert auch der Piezozünder. Der Drehregler zum Regulieren der Gasmenge wird auf den Reglerstift gesetzt. Im letzten Schritt wird der Schlauch mit dem Druckminderer und dann mit dem Toronto verbunden.

Verarbeitung und Ausstattung
Der tepro Toronto ist sehr gut verarbeitet: keine scharfe Kanten, keine Grate. Grillrost und Grillschalen liegen sehr gut in den Schienen. Dass es in diesem Preissegment keine stufenlose Höhenverstellung gibt, sollte jedem klar sein. Der Drehregler für die Gaszufuhr ist aus Kunststoff gefertigt, erfüllt aber seinen Zweck.

Lediglich eine Auffälligkeit hatte mein Toronto: die Fettauffangschale ließ sich nicht ohne Probleme ausziehen, weil die Unterseite etwas verbogen war. Das Blech konnte aber mit einem Gummihammer wieder in Form gebracht werden, so dass die Schublade nun einwandfrei funktioniert (kein Grund hier zu reklamieren oder gar eine Retoure zu machen).

Hier noch ein paar technische Daten:
Gewicht: ca. 11,5 kg
Gesamtmaße: ca. 23 x 57,6 x 40,5 cm (B x T x H)
Gesamtleistung: 1x Keramik-Infrarotbrenner 3,0 kW
Gasart: LPG / Butan 50mbar; Propan 50mbar

Inbetriebnahme
Bevor man den Grill startet, sollte man Schlauch, Druckminderer und alle Anschlüsse auf mögliche Gasleckstellen prüfen. Hierzu mischt man Spülmittel mit Wasser und trägt das Seifenwasser auf die Verbindungen auf. Sollten sich bei eingeschalteter Gaszufuhr / Brennerregler auf an Blasen an den Verbindungen bilden, muss hier nachgearbeitet werden – der Grill darf so nicht in Betrieb genommen werden!
Wenn der Test erfolgreich war, kann der Toronto gestartet werden: der Piezo-Zünder wird betätigt, der Drehregler gedrückt und auf „an“ gedreht – der Brenner zündet. Für den ersten Einsatz sollte man den Brenner für ca. 15 Minuten auf maximaler Stufe heizen lassen, so dass Produktionsrückstände im Grill verbrennen. Rost und Schalen habe ich vor dem Einsatz abgespült.

Steak grillen
Im Normalfall erreicht der Keramik-Infrarotbrenner nach 2 Minuten seine maximale Temperatur. Es schadet jedoch nicht, ihm 5 Minuten Zeit zu lassen – sicher ist sicher. Bei der Fleischauswahl sollte man darauf achten, dass das Fleisch auf den Rost und somit in den Grill passt.

Das Steak wird vorm Grillen von beiden Seiten gesalzen und kann auch noch dünn mit Olivenöl bepinselt werden, was meiner Meinung nach die Krustenbildung unterstützt.

Das Fleisch wird mittig auf den Grillrost gelegt und mittels Heber in den Toronto geschoben. Am besten hat man sich schon vorher die Schiene für den Rost ausgewählt, abhängig von der Dicke des Steaks. Der Heber sollte sofort wieder entfernt werden, da er sich sonst mitaufheizt. Nach ca. 45 – max. 90 Sekunden hat der Grill die gewünschte Kruste auf das Steak gezaubert, Zeit es zu drehen. Auch hier gibt man nochmals 45 – 90 Sekunden Hitze auf das Steak. Um dickere Steaks auf den Punkt zu garen bzw. auf die gewünschte Kerntemperatur zu ziehen, macht der Einsatz eines Fleischthermometers Sinn. Hierzu legt man das Steak in die Grillschale und positioniert sie im unteren Bereich des Torontos und lässt es zur gewünschten Kerntemperatur garen. Kurz vorm Servieren empfiehlt es sich, das Steak nochmals von beiden Seiten für jeweils 10 – 15 Sekunden direkt unterm Brenner nachzugrillen. Zum Garziehen kann man natürlich auch einen zweiten Grill oder Smoker verwenden, der auf die gewünschte Grilltemperatur eingeregelt wurde. Hier ein paar Steaks, die sich dem Höllenfeuer stellen mussten...

Was lässt sich außer Steak noch grillen?
Ob sich ein OHG nicht nur zum Grillen von Steaks eignet, wollte ich unbedingt testen und habe den tepro Toronto Futter gegeben. Viele sind der Meinung, dass ein Oberhitzegrill nur zum Steak grillen verwendet werden kann und schrecken somit erst zurück. Ich bin gespannt, wie er sich in anderen Disziplinen schlägt…

Burger grillen
Auf diesen Versuch habe ich mich schon im Vorfeld tierisch gefreut. Ich liebe meine Burger-Patties, wenn Sie außen schön kross und innen saftig, also medium oder medium rare sind. In der Theorie sollte das mit einem Oberhitzegrill gut funktionieren.

Für den Test habe ich Patties aus Rinderhack mit einem Gewicht von 180 g geformt. Nach dem Vorheizen des Torontos wurde der erste Patty auf dem Rost platziert und dann in den Höllenschlund eingeschoben. Sobald die erste Seite eine schöne Kruste hat (ungefähr 60 Sekunden auf der obersten Schiene und bei voller Power), kommt die andere Seite dran.

 

Man sollte unbedingt in der Nähe vom Grill bleiben und das Fleisch gegebenenfalls früher oder später entnehmen. Da meine Patties aufgrund der Burgerpresse einen größeren Durchmesser haben (damit sie optimal auf dem Bun sitzen), werden sie selbst mit 180 – 200 g nicht zu dick, somit war hier ein Nachziehen im unteren Bereich des Steakgrills nicht notwendig. Dickere Patties können einfach nach unten gesetzt werden und dort auf den gewünschten Gargrad nachziehen. Dabei sollte man die Leistung des Brenners aber auf das Minimum reduzieren, ansonsten besteht die Gefahr, dass das Fleisch nachher durch ist (außer man mag es so). Um den Käse schön über dem Fleisch verschmelzen zu lassen, habe ich ihn natürlich auch im OHG gegrillt, wie die Schnittflächen der Buns. Der Bacon wurde ebenfalls kurz im Toronto gegrillt. Was soll ich sagen: Test erfolgreich bestanden! Eine super Kruste, innen medium rare – der Burger war schlicht, aber spitze.

Crème brûlée aus dem OHG
Ein Oberhitzegrill eignet sich perfekt für die Karamellkruste bei einer leckeren Crème brûlée! Sobald die Crème aus dem Ofen (oder Grill) kommt, lässt man sie abkühlen und bestreut die Oberfläche mit braunem Zucker. Der tepro wurde kurz vorgeheizt und das Dessert wird auf mittlerer Höhe in feuerfesten Schälchen eingeschoben. Nach einer halben Minute fängt der Zucker langsam an zu karamellisieren und ein wunderbarer Duft steigt aus dem Grill. Nach weiteren 15 – 30 Sekunden sollte die Kruste perfekt sein: hart und knackig! Das „Krusten“ geht irgendwie einfacher als mit einem Bunsenbrenner und wird viel gleichmäßiger! Natürlich sollte man immer ein Auge darauf haben, es kann auch schnell schwarz werden. Hier findet ihr das Rezept für eine leckere Crème brûlée.

Reinigung und Pflege
Wo dermaßen gebrutzelt wird, da fällt auch Schmutz an. Vor allem haben wir es hier mit Fett zu tun, das entweder nach unten tropft, aber auch spritzt und an den Seiten des Grills verbrennt. Das gibt natürlich Flecken und irgendwann ist der Zeitpunkt erreicht, an dem man auch mal wieder putzen muss. Hier punktet der tepro Toronto durch die herausnehmbaren Rosthalterungen, die eine einfache der Rückwand und Seitenflächen zulassen. Die Halterungen samt Rost können problemlos in die Spülmaschine gelegt werden. Sind hier mal hartnäckigere Rückstände eingebrannt, kann man mit einem Grillreiniger ran. Für die Innen- und Außenflächen des OHG verwende ich zum Beispiel FUSL (von McBrikett), der “saubere” Arbeit leistet.

Fazit
Der tepro Toronto Steakgrill funktioniert einwandfrei und es macht Spaß mit ihm zu arbeiten. Wie eingangs bereits erwähnt, habe ich nur aufgrund des Preises zugeschlagen, obwohl ich einen OHG nicht unbedingt benötigt hätte. Nun, nach mehreren Versuchen möchte ich den Grill nicht mehr missen. Er liefert super Ergebnisse, egal ob Steak oder Burger (und vieles mehr). Durch die entnehmbare Rosthalterung lässt sich der Toronto gut und schnell reinigen – auch ein Pluspunkt! Bei diesem Preis muss man natürlich auch Abstriche machen, so gibt es keine stufenlose Verstellung der Rosthöhe, was aber nun auch nicht wirklich schmerzt. tepro liefert hier wie gewohnt gute Qualität zu einem fairen Preis ab – von daher gibt es von mir eine klare Kaufempfehlung!

 

 

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