Als einstiger Vertreter der Hardcore-Holzkohlegriller kam für mich die Beschaffung eines Gasgrills eigentlich niemals in Frage. Nun ja – wie man seine Einstellung doch ändern kann… So zog im Spätsommer 2015 ein Napoleon LEX 485 bei mir ein.

Doch wie kam es eigentlich dazu? Bei einem Grillseminar der RoastArena in Sonnenbühl mit der Sauerländer BBCrew bin ich das erste Mal so richtig auf das Thema „Gasgrill“ aufmerksam geworden. Auf dem Napoleon-Grill wurden mächtige T-Bone Steaks gegrillt. Für eine schöne Kruste sorgte die über 800 °C heiße Sizzle-Zone, gargezogen wurden die Steaks bequem unter der Haube bei 120 °C. Das hatte mich schon schwer beeindruckt. Von einem Drehspieß träumte ich ebenfalls schon sehr lange. Auch hier bietet der Napoleon die Möglichkeit diesen optional zu erwerben und im Grill einfach einzusetzen. Die Wahl fiel dann auf den Napoleon LEX 485. Das Paket war zwar groß, doch ich hab es mit umgeklappten Sitzen bequem ins Auto bekommen…

IMG 7095
Alle Teile des LEX sind gut gepolstert in einem Karton verstaut. Der Aufbau geht mit Hilfe der Bedienungsanleitung relativ einfach von der Hand und kann von einer Person in 1 - 2 Stunden bewerkstelligt werden. Nachdem man die Gasflasche angeschlossen hat, muss zuerst eine Dichtigkeitsprüfung durchgeführt werden. Dabei werden alle Anschlüsse mit Seifenwasser benetzt und die Gasflasche aufgedreht. Falls es zur Blasenbildung kommt, darf der Grill unter keinen Umständen gestartet werden! Die Anschlüsse sollten nochmal gelöst und neu verschraubt werden. Sollten die Blasen verschwunden sein, kann der Grill in Betrieb genommen werden. Bei weiter auftretenden Blasen unbedingt Rücksprache mit dem Händler halten!

Also, dann schmeißen wir das Monster mal an! Zuerst werden alle Brenner volle Pulle aufgedreht, damit die Produktionsrückstände im Grill und auf dem Rost verbrennen. Nach ca. 15 Minuten hat das Thermometer das Ende der Skala erreicht – über 400 °C – ich war beeindruckt! So hohe Temperaturen werden natürlich niemals beim BBQ oder Grillen benötigt, doch für eine leckere Pizza vom Grill sollte das perfekt sein. Auch die Sizzle-Zone wurde angeheizt – verdammt, die hat aber auch Power. Zum Grillen hatte ich an diesem Tag leider keine Zeit mehr, erst am nächsten Tag ging es weiter.

Zu den technischen Daten: der Napoleon LEX 485 verfügt über insgesamt 5 Brenner (3 Hauptbrenner, 1 Backburner, 1 Sizzle-Zone) mit einer Gesamtleistung von 22,2 kW. Der Garraum ist mit zwei massiven Grillrosten aus Edelstahl und einem Warmhalterost aus Edelstahl bestückt. Als direkte Grillfläche können 68 x 46 cm genutzt werden. Dazu kommt noch die Sizzle-Zone und die Fläche des Warmhalterosts. Auf der linken Seite des Grills hat man eine große Seitenablage, die man als „kanadischen Kühlschrank“, sprich als Eisfach für Getränke verwenden kann. Natürlich kann die Ablage auch als Schneidefläche und die Kunststoffform als Abfallbehälter verwendet werden. Die rechte Seitenablage ist mit der Sizzle-Zone bestückt. Die Sizzle-Zone ist ein Infrarot-Keramikbrenner der bis zu 800 °C erreicht, und aufgrund der hohen Hitze eine tolle Kruste auf das Steak zaubert. Ein Gimmick ist die blaue Beleuchtung der Drehregler, die man bei Bedarf einschalten kann – nachts macht das wirklich was her.

Richtig Spaß macht auch der Backburner in Kombination mit der Rotisserie bzw. dem Drehspieß. Egal ob Picanha, Ribs vom Spieß oder Chicken Wings - alles kein Problem! Der Motor dreht schön langsam, damit z.B. Sauce oder Fett lange am Grillgut haften bleiben. Es bietet sich jedoch an, eine Edelstahlschale unter das Grillgut zu legen. Somit bleibt der Grill fast kopmplett sauber. Hier ein paar Eindrücke...

Klar, der Napoleon LEX 485 ist sicher kein Schnäppchen. Aber für seinen Preis bekommt man etwas geboten: ob saftiges Steak von der Sizzle-Zone, Pizza im Hochtemperaturbereich, „normales“ Grillen von Würstchen und Co., Leckereien vom Drehspieß – der LEX ist für alles bereit und es macht einfach Spaß! Auch die Verarbeitung und Qualität des Napoleon ist wirklich spitze, ein Traum aus Edelstahl. Lediglich die Kunststoffrollen habe ich durch weichere und größere Gummirollen ersetzt, da er sich so einfacher und vor allem ruhiger bewegen lässt.

Chris

 

 

 

Einen Kommentar verfassen

Als Gast kommentieren

0
8 Kommentare | Kommentar hinzufügen
  • Bernd

    Hallo Chris,

    Die Rollen mich schon seit dem Aufbau kannst du Mir einen Tipp geben welche Rollen du eingesetzt hast.

    Merci ... Viele Grüße Bernd

    Gefällt mir 0
  • Hi Bernd!
    In einem gut sortierten Baumarkt wirst du fündig. Achte aber darauf, dass die Rollen den den Grill tragen und natürlich Gummirollen sind.
    Chris

    Gefällt mir 0
  • Kurzer und knackiger Bericht über den Napoleon Lex! Scheint mir ein richtiger Profi-Grill zu sein. Ein ganz schön großes Modell, zumindest wenn man den Bildern glauben darf. Aber die Pizza sieht ja richtig lecker aus! Da lohnt sich vielleicht sogar die größere Investition!

    LG Marco

    Gefällt mir 0
  • Ich habe mir im April den Napoleon Prestige 500 gegönnt und bin da absolut zufrieden mit. Als ich mich auf die Suche nach einem Grill gemacht habe, dachte ich auch zunächst an einen Grill von Weber. Im Fachhandel hörte ich dann jedoch immer häufiger die Marke Napoleon. Also habe ich mich nach einem solchen Grill umgesehen und schließlich beim Händler in unserer Stadt gekauft. Die Geräte sind wirklich top!

    Gefällt mir 0
  • Frank

    Hallo Chris.
    Besitze diesen Grill. Würde gerne die Räder auswechseln. Welche Ersatzräder hast du benutzt? Musste dafür etwas am Chassis geändert werden? (Foto)
    Über eine Antwort würde ich mich freuen.
    Frank

    Gefällt mir 0
  • Hallo Frank,
    ich habe Rollen aus dem Baumarkt gekauft, dort gibt es eine große Auswahl. Vom Rollendurchmesser waren die neuen etwas größer und natürlich gummiert. Ich habe dazu einfach neue Löcher durch den Boden gebohrt, da die neuen Rollen andere Bohrungen hatten. Das siehst du aber schnell, wenn du dran arbeitest. Du tust dir natürlich leichter, wenn du den Grill vom Unterteil abbaust. :-)
    Gruß Chris

    Gefällt mir 0
  • Peter

    Hallo Chris
    Ich habe mal eine Frage .
    Wie ist das mit der Qualität vom Lex 485 ? Ich wollte mir den Lexikon 485 Edelstahl mit 4 Hauptbrennern holen. Jetzt liest man des öfteren das die Qualität nicht so gut ist weil er China gefertigt ist . Das läßt mich überlegen ob man doch einen Broil King oder einen Weber nimmt . Da du den Grill ja jetzt schon ein dreiviertel Jahr hast kannst du vielleicht etwas darüber sagen .
    Gruß Peter

    Gefällt mir 0
  • Hallo Peter,
    danke für deine Nachricht. Ich will mir meinen LEX nicht mehr wegdenken... Qualitativ kann ich da nicht meckern. Der wurde schon gut rangenommen die letzten 1 1/2 Jahre (ich hab ihn seit September 2015). Und mit 4 Brennern in der neuen Version würde er wahrscheinlich noch mehr Spaß machen. Mein Tipp: schau ihn die bei einem Händler an und überzeuge dich von Verarbeitung und Qualität. Ich kann dir guten Gewissen sagen, dass er nach 1,5 Jahren immer noch läuft wie eine 1 und absolut vielseitig ist! Kauf dir noch einen Spieß dazu und du bist gut ausgerüstet. Meine Meinung über den LEX können zudem viele andere Blogger-Kollegen und Freunde bestätigen.
    Gruß Chris

    Gefällt mir 0