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Ausrüstung

Hier möchte ich zeigen, welches Equipment (neben einem Grill natürlich) benötigt wird:

 

Direktes und indirektes Grillen

Wenn z.B. am Stammtisch über das Grillen philosophiert wird, und es fallen die Worte „direktes Grillen“ und „indirektes Grillen“, dann folgen meistens verwirrte und ahnungslose Blicke unter den Anwesenden. Wenn man jedoch den Unterschied kennt, eröffnen sich einem unzählige Möglichkeiten, wie man seinen Grill neben dem 08/15-Steak anderweitig und vielseitiger einsetzen kann.

Keine Sorge – es ist ganz einfach!

Beim direkten Grillen liegt das Grillgut direkt über der Hitzequelle (Briketts, Kohle) und wird dadurch scharf angebraten. Die direkte Methode ist sinnvoll bei kleinen Fleischstücken, wie z.B. Steaks, Hamburger, Fischfilets und Hähnchenbrust. Von außen wird das Fleisch scharf angebraten, innen gart es.

Beim indirekten Grillen liegt das Grillgut neben der Hitzequelle, also nicht über der Glut. Der Grill ist quasi ein Backofen, und neben dem Garen kann auch geräuchert werden. Es gibt verschiedene Anordnungen um eine indirekte Grillzone herzustellen (Kohlekörbe an der Seite, Minion-Ring).

 

Die Minion-Methode

Die Minion-Methode stammt von einem gewissen Jim Minion aus Seattle, der seinen Grill (Weber Smokey Mountain Cooker) bei einem BBQ-Wettbewerb im Jahre 1990 ohne Beaufsichtigung und ohne Brennstoffzugabe über 10 Stunden konstant zwischen 100 - 120 Grad hielt. Er wollte während des Wettbewerbs nicht nur am Grill rumstehen, sondern seine Freunde und Konkurrenten besuchen. Er gewann diesen Wettbewerb. Seine Konkurrenten benannten diese Vorgehensweise nach ihm und machten ihn weltberühmt.

Die Minion-Methode ist denkbar einfach: vorgeheizte Briketts (es müssen Briketts sein) sollen kalte Briketts nach und nach entzünden. Während des Einregelns auf die Wunschtemperatur (ohne aufgelegtem Grillgut) werden die nicht angezündeten Briketts miterhitzt und später rauchfrei gezündet. Daher sollte die Einregelungsphase mindestens 15 Minuten betragen. 

Ich verwende ca. 20 Briketts, die ich im Anzündkamin erhitze, bis sie schön durchgeglüht sind und schütte diese in die Mitte von ca. 2,5 - 3 kg kalten Briketts. Dann muss die Temperatur durch die Ventile eingeregelt werden. 

 

In meinem Kugelgrill habe ich des Öfteren mit dem Minion-Ring gearbeitet - eine Abwandlung der Minion-Methode. 

Beim Minion-Ring legt man einen Ring aus Briketts und entfacht ihn mit einer Hand voll angezündeter Briketts.

Ich schichte zwei Reihen stehend nebeneinander, und eine Schicht liegend darauf. Die Briketts sollten sich an so vielen Stellen wie möglich berühren. Ein Ende des Rings trenne ich mit einem Stein ab, der verhindert, dass der Ring an beiden Enden entfacht wird. An die leere Stelle des Rings kippe ich 6-7 im Anzündkamin entfachte Briketts als Starter. Hier muss sofort Kontakt zu den geschichteten Briketts hergestellt werden. So kann ohne Probleme bis zu 10 Stunden oder länger bei einer Temperatur von 100 - 120 Grad gegrillt werden 

So sieht das Grundprinzip des Minion-Rings aus:

 

Messen und Regeln der Temperatur

Um mit einem Kugelgrill "low and slow" grillen zu können, ist es unausweichlich, dass man das Regeln der Garraumtemperatur beherrscht. Beim Pulled Pork oder einem Brisket müssen sich die Temperaturen namlich über mehrere Stunden zwischen 100 - 120 °C bewegen.

Doch zuerst muss geklärt werden, wie man die Temperatur messen kann. Ich empfehle hierzu ein Grillthermometer - und zwar eines, das Garraumtemperatur und Kerntemperatur messen kann. In meinen Augen ist das beste zur Zeit auf dem Markt erhältliche das Maverick ET-732, das mit einem Sender und Empfänger arbeitet und zwei separate Messspitzen hat: eine für den Garraum und eine für die Kerntemperatur des Grillgutes. Der Vorteil von zwei separaten Messspitzen liegt auf der Hand: z.B. beim Grillen von Spareribs ist nur die Garraumtemperatur bedeutend, also verwendet man einfach die Messspitze für die Garraumüberwachung. Diese sollte sich direkt beim Grillgut befinden und kann sehr einfach auf dem Grillrost befestigt werden. Macht man dagegen ein Pulled Pork, verwendet man neben der Garraumüberwachung auch den Messfühler für die Kerntemperatur, den man einfach in die Mitte des Fleisches steckt.

Mein Grill verfügt über ein eingebautes Thermometer - warum verwende ich nicht einfach das?

Dieses Thermometer ist nicht aussagekräftig, weil gerade für "low and slow"-Food die Temperatur direkt am Grillgut entscheidend ist. Falls sich das eingebaute Thermometer über der direkten Grillzone befindet, herrschen hier natürlich höhere Temperaturen, als beim Fleisch auf der indirekten Zone!

 

Nun aber zum Regeln der Temperatur. Warum sollte man bei einem Wohnungsbrand die Fenster schließen? Genau, damit man dem Feuer den Sauerstoff entzieht! Und genau so verhält sich das auch im Grill. Entziehe ich meiner Glut den Sauerstoff, dann kühlen diese ab bzw. gehen im schlimmsten Falle aus. Das heißt ganz einfach:

Lüftungsschieber zu - Temperatur sinkt

Lüftungsschieber auf - Temperatur steigt

Nachdem die Schieber betätigt werden (egal ob auf oder zu), dauert es natürlich einige Minuten, bis sich die Temperatur entsprechend regelt. Also nicht gleich in Panik ausbrechen!

Es ist auch nicht so, dass man alle zwei Minuten an den Schiebern drehen muss. Eher hat man in der ersten Stunde damit zu kämpfen, bis sich die Temperatur dann eingeregelt hat. Meistens muss man stundenlang gar nichts machen.

Ich habe plötzliche Temperaturabstürze, die sich trotz offener Lüftungsschlitze nicht wieder hochregeln lassen - was mache ich falsch?

Das ging mir auch schon so. Ein Grund dafür kann sein, dass der Minion-Ring nicht sauber gelegt wurde bzw. auseinandergefallen ist und somit ein Bruch in der Kette ist. Die alten Briketts brennen aus, die neuen werden nicht angezündet. Ein weiterer Grund kann sein, dass z.B. Wasser aus der Tropfschale die Briketts durchgenässt hat. So etwas passiert, wenn man unachtsam gegen den Grill stößt und die Tropfschale überschwappt oder beim Nachfüllen der Tropfschale auch was daneben schüttet.

 

Bilder mit freundlicher Genehmigung von European Outdoorchef

 

Räuchern / Smoken

Mit einem Kugel- oder Räuchergrill lassen sich Speisen sehr einfach und unkompliziert räuchern. Man sollte sich lediglich mit indirekter Hitze beschäftigt haben und das Regeln der Temperatur seines Grills beherrschen.

Man spricht hier vom sog. „Heissräuchern“, da meistens bei Temperaturen zwischen 100 – 180 °C geräuchert wird. Kalträuchern kann man mit einem Sparbrand – so räuchere ich z.B. meine Chilis.

Zum Räuchern legt man in Wasser eingeweichte (ca. 30 – 60 Minuten) Räucherchips direkt auf die glühenden Holzkohlen oder Briketts. Das Holz muss gut abgetropft sein, da die Glut sonst erlischt.

Zudem sollte Fleisch nur in den ersten zwei Stunden geräuchert werden (z.B. Pulled Pork oder Brisket), weil nur rohes Fleisch den Rauchgeschmack aufnehmen kann. Zu viel Rauch erzeugt eine schwarze und bittere Kruste.

Räucherholz gibt es in den verschiedensten Varianten und von vielen Herstellern. Am weitesten verbreitet sind wohl Holz-Chips. Holzstücke (Wood Chunks) sind größer als die Chips und müssen nicht unbedingt in Wasser eingeweicht werden. Sie verbrennen langsamer und geben länger Rauch ab (sinnvoll für Räucherzeiten von 1 Stunde oder länger). Aber auch mit Holz-Chips kann man mehrere Stunden räuchern, man muss nur öfters nachlegen.

Räucherbretter (Wood Planks) oder Holzblätter (Wood Wraps) sind meist aus Zedernholz und werden nicht direkt auf die Glut geschmissen. Speisen werden auf den Brettern indirekt gegrillt, dabei gibt das in Wasser eingeweichte Brett stetig Rauch ab. In die Holzblätter wird das Räuchergut eingewickelt (eingeweicht) und mit Küchengarn zusammengebunden. Die Wood Wraps geben einen süßlichen Rauch ab.

 

Welches Holz für welches Fleisch (meine Empfehlung):

Rind und Lamm                Hickory, Mesquite, Kirsche

Schwein                              Apfel, Kirsche, Hickory 

Geflügel                              Apfel, Kirsche, Hickory

Fisch                                     Zeder, Pekan, Apfel

 

Holz, Kohle oder Briketts?

Für viele stellt sich die Frage, mit welchem Brennmaterial man am besten Grillen soll. Der ambitionierte Griller muss sich zwischen Holz, Holzkohle oder Briketts entscheiden.

Im Folgenden erläutere ich Vor- und Nachteile der verschiedenen Brennmaterialien.

 

Holz

Holz ist natürlich das ursprüngliche Brennmaterial und verleiht dem Grillgut typische Aromen. Jedoch benötigt man bei einem Holzfeuer eine lange Vorlaufzeit bis die Glut genug Hitze abgibt und es ist in der Anzündphase sehr „rauchintensiv“.

 

Holzkohle

Lufttrockenes Holz wird unter Luftabschluss abgebrannt, das Resultat ist Holzkohle. Holzkohle schlägt beim Verbrennen keine Flammen und raucht wenig. Außerdem erzeugt es eine höhere Temperatur als Holz. Holzkohle verbrennt jedoch „relativ“ schnell.

 

Briketts 

Briketts bestehen zum Großteil aus gepresster Holzkohle und haben in der Regel eine gleichmäßige Form, was z.B. das Legen eines Minion-Rings ermöglicht. Sie brennen zwar nicht ganz so heiß wie Holzkohle, jedoch viel länger (geeignet für z.B. Spareribs, Pulled Pork, Brisket,…) und konstanter in der Temperatur.

 

Nun muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden, für welche Grillgeräte bzw. Grillmethoden welches Brennmaterial verwendet wird.